Kontakt | Impressum

Statement von den „Piraten“ zum Thema Sperrstunde

10. Juli 2013 |

„Ich will tanzen, nur tanzen, *lasst mich endlich tanzen*, voll abgeh’n;  ich will mich nur noch dreh’n!“
House Rockerz ft. Unter Druck

piratenBambergWir sind im Jahre 2013, im Jahre 64 dieser Republik und man könnte meinen, wir würden in einer offenen, modernen, aufgeschlossenen Gesellschaft leben. Könnte man meinen. Tatsache ist aber, dass wir immer noch in einer Gesellschaft leben, die gerne verbietet. Das Tanzen zum Beispiel.

In Bayern ist es an neun Tagen im Jahr gänzlich verboten. Wir sollen gegenüber der Religion anderer respektvoll sein. Oder den Kriegstoten gegenüber. Und diesen Respekt zeigen wir bitte auf korrekte Art und Weise. Das Leben zu genießen, die Tatsache zu feiern, dass man noch am Leben ist, ist bitteschön die moralisch falsche Art!

Welchen Trauernden, welchen Gläubigen störe ich denn, wenn ich mich um 3 Uhr nachts in der Disko in Ekstase tanze? Keiner verlangt die Erlaubnis, auf dem Altar zu tanzen. Wir wollen nur in Ruhe das Leben auf unsere Art und Weise genießen. Aber aus den Gesetzen dieses Freistaates schallt es einem entgegen: Seiet artig und fromm – und tanzt nicht so viel!

Und als wäre das nicht genug, können Städte noch Sperrzeitverlängerungen beschließen. Feiern nach zwei Uhr im kleinen Untergrundclub deiner Stadt? Verboten. Warum? Weil die „jungen Menschen“ beim Heimgehen zu viel Lärm machen könnten –  sagt man zum Beispiel in Bamberg.

Dabei zeigen die ersten Erfahrungen: Die Sperrstunde macht die Innenstadt noch lauter. Denn anstelle eines steten Abflusses der Gäste aus den Clubs über Stunden hinweg, stehen jetzt alle zusammen um Punkt 2 Uhr auf der Straße.

Weitere Folge der Sperrstunde: Finanziell lohnen sich nur noch Partys, die auf schnelles Konsumieren von Alkohol ausgelegt sind. Die Clubs, die
ein kulturell hochwertiges Programm anbieten, haben es schwerer, finanzieren sich diese doch meist mit anschließenden gediegenen Feiern.

Leider scheinen es manche nicht zu verstehen:  Man kann weder Trauer vorschreiben, noch kann man Menschen vorschreiben, sich an die Regeln des Glaubens anderer zu halten, noch kann man ihnen verbieten, das Leben auf ihre Art und Weise zu genießen. Stehen die Leute halt jetzt nachts auf der Unteren Brücke, um dort Kultur unter freiem Himmel zu zelebrieren. Mit all den Folgen, die sich daraus ergeben.

Ich möchte da lieber Toleranz, gegenseitigen Respekt und Verständnis für die kulturellen Bedürfnisse des anderen. Oder um es anders
auszudrücken:  Oper und Symphoniker  für euch, Poetry Slams und Clubkultur für uns. Deal?

– Benjamin Stöcker, stelv. Kreisvorsitzender Piratenpartei Bamberg, Landtagskandidat

Internet: www.piraten-bamberg.de
Facebook: http://www.facebook.com/Piratenpartei.Bamberg